Ladungsmittelmanagement mit der Blockchain

Paletten sind fester Bestandteil des Speditionsalltags. Transport, Umschlag und Lagerung von Waren sind auch im Zeitalter der Digitalisierung untrennbar mit diesem universell einsetzbaren Lademittel verbunden. So sehr der Nutzen der Paletten für einen schnellen Warenumschlag und eine effiziente Lagerung unbestritten ist, so unstreitig ist auch die Tatsache, dass die Tauschabwicklung der Logis­tik mannigfaltige und substantielle Probleme bereitet.

Einsatz denkbar in der Logistik

Der Erfolg der Blockchain beflügelt nun schon seit geraumer Zeit die Fantasien der Logistik. Mehr Effizienz, Transparenz und Sicherheit sind Mehrwerte die geschaffen werden sollen. Gerade in Bezug auf das Supply Chain Management sind so einige Szenarien vorstellbar. Die Voraussetzung sind durchgängig digitale Prozesse, ansonsten kann die Blockchain überhaupt nicht integriert werden.

Als ein Beispiel ist hier der Palettenschein zu nennen. Palettenscheine auf Papier gehören heute noch zum Tagesgeschäft eines jeden Lkw- Fahrers. Warenempfänger setzen diesen ein, wenn der Palettentausch nicht direkt erfolgt. Der Besitzer kann den Schein später beim Schuldner einlösen. Dafür werden auch Dienstleister engagiert. Logistische Prozesse sind dementsprechend stark von manueller Dokumentation geprägt. Um den Schein in eine Blockchain zu integrieren, müsste dieser zunächst digitalisiert werden – eine Herausforderung für die Branche.

Um belastbare Erkenntnisse über Stärken, Schwächen und Potenziale von Blockchain zu erhalten, führt GS1 Germany heuer ein Pilotprojekt zusammen mit Unternehmen aus Handel, Industrie, Logistik und IT durch. Im Fokus steht ein konkreter Anwendungsfall in der Logistik: der Tauschprozess von Paletten. Dieser besitzt im Bereich des Ladungsträgermanagements den größten Optimierungsbedarf. Denn die Digitalisierung steckt hier noch in den Kinderschuhen. Kern des Pilotprojekts ist der standardisierte Palettenschein. Die Papier-Variante gehört heute noch zum Tagesgeschäft eines jeden Lkw-Fahrers und wird in Form eines Gutscheins eingesetzt, wenn der Palettentausch nicht direkt erfolgt. Erprobt wird ein spezielles Tauschsystem ohne standardisierte Regeln, Rechte und Pflichten für den Tauschprozess – im Gegensatz zum offenen und geschlossenen Palettenpool. Zudem kennen sich die Akteure untereinander oftmals nicht. Der Effekt: Jeder kann mit jedem alle Scheine und Ladungsträger tauschen. Das führt zu maximaler Komplexität. Das Projekt untersucht, inwiefern sich mittels Blockchain ein effizienter Tauschprozess entwickeln lässt.

 

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