Blockchain: Vertrauen in die Zukunft?

Technologie hat stets das Potenzial für beispiellose Umwälzungen. Sie bringt nicht nur die kollaborative Wirtschaft an den Start, sondern sorgt auch dafür, dass Entscheidungsträger den Unternehmensdaten wieder vertrauen.

Blockchain trat 2008 mit der digitalen Währung Bitcoin zum ersten Mal ins Rampenlicht, doch in diesem Jahr steht die Technologie buchstäblich auf dem Gipfel – nämlich im Hype Cycle von Gartner. Zwar haben viele Ökonomen und politische Akteure Interesse an einem Einsatz der Technologie geäußert und im Privatsektor haben verschiedene Finanzeinrichtungen erste Experimente durchgeführt, doch die konkrete praktische Anwendung ist noch nicht besonders stark verbreitet. Dies ist insofern erstaunlich, als der mit dieser Technologie verbundene Markt nach Prognosen von Gartner im Jahr 2022 ein Volumen von 10 Mrd. US-Dollar erreichen soll.

Das Umwälzungspotenzial von Blockchain wäre beispiellos. Da die Technologie die Notwendigkeit eines vertrauenswürdigen Vermittlers für eine direkte Beziehung zwischen zwei Gruppen beseitigt, könnten logistische Dienste entscheidend verbessern und effizienter gestaltet werden!

Ein auf so genannten „Smart Contracts“ basierendes System würde einen direkten Kontakt zwischen Endkunde und Hersteller ermöglichen und gleichzeitig eine sichere Bezahlung garantieren. Die derzeit von Vermittlern dominierte kollaborative Wirtschaft würde in eine zweite Phase eintreten, die durch den Wegfall der Vermittlerrolle gekennzeichnet wäre.

Die Blockchain könnte dazu führen, dass bestimmte Big-Data-spezifische Prozesse (z. B. Authentifizierung oder Nachverfolgung von Daten) sicher werden. Dies gilt in erster Linie für den Gesundheitsbereich, wo bei personenbezogenen Daten immer auch die Vertraulichkeitsfrage zu stellen ist, aber auch im Finanzsektor, wo die Ausgliederung von Vermittlern zwar bereits eingeleitet wurde, aber in erheblichem Maße mit Sicherheitsproblemen und gesetzlichen Anforderungen zu kämpfen hat. Interesse könnte auch bei der Versicherungswirtschaft vorhanden sein, wo Blockchain ein weiterer wesentlicher Impuls für die Entwicklung von Peer-to-Peer-Modellen werden und die Grundlage für automatisierte Versicherungsverträge bilden könnte.

Auch jenseits der Welt der Wirtschaft könnte die Gesellschaft von dieser Technik profitieren: Online-Wahlen könnten sicher durchgeführt werden, und es ließe sich ein Vertrauensnetzwerk einrichten, das eine großflächige Direktbefragung von Bürgern – etwa im Rahmen von Referenden – ermöglichen würde. Die Folge wäre eine Stärkung der demokratischen Teilhabe.

Vertrauen.

Dieses Wort bedeutet auch „Offenbaren“. Nach Angaben von IDC weigern sich aufgrund fehlenden Vertrauens und mangelnder Governance etwa 30 Prozent der Entscheidungsträger, Unternehmensdaten zu nutzen. Mit Blockchain – einem „Vertrauenskatalysator“ – wird die Datennutzung ganz erheblich verbessert. Wie künstliche Intelligenz könnten, wie wir gesehen haben, Industrie 4.0 und die kollaborative Wirtschaft bahnbrechende Veränderungen in Ökonomie und Gesellschaft mit sich bringen. Und hier sind es die Unternehmen, die ihren Beitrag leisten müssen – durch Experimente und die Entwicklung neuer Anwendungsmöglichkeiten, die die Gesellschaft von morgen prägen werden.

 

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